Unterstützung für geflüchtete Menschen in Ostfildern


Bürgerinnen und Bürger Ostfilderns haben Anfang 2014 den Freundeskreis Asyl gegründet, um Menschen zu unterstützen, die vor Krieg, Verfolgung und Unterdrückung geflohen sind. Um den geflüchteten Menschen den Start in Deutschland zu erleichtern, hilft ihnen der Freundeskreis beim Lernen der deutschen Sprache und bietet Begleitung im Alltag. Er unterstützt bei Kindergarten- und Schulbesuch, bei Ausbildung und Studium,  bei der Arbeits- und Wohnungssuche sowie der weiteren Integration in die Gesellschaft. Der Freundeskreis  arbeitet bei diesen Aufgaben eng mit der Stadt Ostfildern sowie mit dem Sozialdienst für Flüchtlinge der Arbeiterwohlfahrt zusammen. Er kooperiert mit der Volkshochschule, der Stadtbibliothek, mit Schulen und Kirchengemeinden, mit Sportvereinen, mit dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg sowie mit benachbarten Initiativen.
Übrigens: Wir sind ein Netzwerk von Menschen der unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen und wir freuen uns immer über weitere Helferinnen und Helfer.

Neuigkeiten - Projekte

Mentoren unterstützen Integration

Die Integration der Menschen, die Zuflucht in Deutschland gefunden haben, ist eine der Zukunftsfragen für das künftige Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Das Mentoring-Projekt ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge in unsere Stadt. Im Rahmen des von der Bürgerstiftung Ostfildern, dem Freundeskreis Asyl und der Stadt Ostfildern getragenen Projekts ist ein Netz an Mentorinnen und Mentoren entstanden, die Flüchtlinge beispielsweise beim Spracherwerb, in der Freizeit, bei der Ausbildung oder dem Berufseinstieg begleiten. Mitte Dezember 2020 gab es einen Stabwechsel bei der Koordination: Daad Lorenz hat diese Aufgabe von Sarah Naaseh übernommen. Mehr unter https://fkasyl-ostfildern.de/mentoring-projekt/

Fakten zur Asylpolitik

Mitte 2019 waren weltweit 79,4 Millionen Menschen geflüchtet oder vertrieben*). Der Großteil war innerhalb des eigenen Landes in eine andere Region geflüchtet (43,9 Millionen Binnenvertriebene). 20,2 Millionen Menschen hielten sich als anerkannte Flüchtlinge in anderen Ländern auf. Hinzu kamen rund 3,7 Millionen Menschen, die in einem anderen Land Asyl beantragt haben. Fast neun von zehn Geflüchteten (85 Prozent) leben in Entwicklungsländern. Nur ein kleiner Teil aller Flüchtlinge flieht nach Europa.
Deutschland stand unter den Ländern, die weltweit am meisten Flüchtlinge aufnehmen, Mitte 2019 nach der Türkei, Pakistan und Uganda an vierter Stelle – vor dem Sudan, Iran, Libanon, Bangladesch und Jordanien. Im Jahr 2019 stellten hier 142.509 Personen erstmalig einen Asylantrag. Die Zahl der Asylanträge ging damit im Vergleich zu 2018 um etwa 12 Prozent zurück; sie bewegt sich nun wieder auf dem Niveau von 2014.
Weltweit sind genauso viele Frauen wie Männer auf der Flucht. Unter den Menschen, die 2019 in Deutschland Asyl beantragt haben, waren Männer etwas stärker vertreten (56,5 Prozent). Das hat einen Grund: Um Deutschland zu erreichen, muss meist ein langer und zum Teil gefährlicher Weg zurückgelegt werden. Diese Reise treten vor allem Männer und jüngere Menschen an. Fast drei Viertel (73,8 Prozent) der Asylbewerber und -bewerberinnen in Deutschland waren 2019 unter 30 Jahre alt; die Hälfte war minderjährig. Fast 30Prozent aller Asylerstanträge (41.713) betrafen Kinder im Alter von unter fünf Jahren. Davon entfielen 31.415 Anträge auf Kinder im Alter von unter einem Jahr, die in Deutschland geboren wurden. Darüber hinaus stellten 2.632 (2018: 4.087) unbegleitete Minderjährige in Deutschland 2019 einen Asylerstantrag. Nur ein sehr geringer Teil (0,6Prozent) der Asylsuchenden in Deutschland war über 65 Jahre alt. Diese Altersstruktur zeigt, dass bei der Integration der Flüchtlinge, die länger bleiben werden, der frühkindlichen Förderung und dem Bildungsund Ausbildungssystem eine Schlüsselrolle zukommt.
Seit 2012 stellen Syrerinnen und Syrer unter den Asylsuchenden in Deutschland die größte Gruppe. Auch wenn ihr Anteil an allen Asylbewerbern und Asylbewerberinnen sinkt, stellten sie 2019 noch 27,5 Prozent aller Asylerstanträge in Deutschland. An zweiter Stelle kamen Asylsuchende aus dem Irak (9,6 Prozent der Erstanträge), gefolgt von Asylsuchenden aus der Türkei (7,6Prozent der Erstanträge).
Die Beschäftigungsquote von Personen aus den wichtigsten außereuropäischen Herkunftsländern von Asylsuchenden ist seit Mitte 2016 kontinuierlich gestiegen. Sie lag im Dezember 2019 bei 36,5 Prozent. Viele der Geflüchteten nehmen derzeit noch an Integrations- und Sprachkursen teil und fallen nicht in die Beschäftigungs-oder Arbeitslosenstatistik.
*) Entnommen aus der aktualisierten Fassung der Fakten zur Asylpolitik des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration vom 4. Juni 2020. Mehr unter https://www.svr-migration.de/publikationen/fakten-zur-asylpolitik/
Mehr zur Zuwanderung zum Zweck der Erwerbstätigeit oder zur Einwandung unter https://www.svr-migration.de/kurz-buendig/

IBUS-Projekt beendet

Erfolgreich abgeschlossen wurde Ende 2019 die IBUS-Lernwerkstatt, ein Projekt zur Arbeitsintegration von Geflüchteten. Ehrenamtlich tätige Handwerksmeister vermittelten hier Geflüchteten Grundbegriffe und Grundfertigkeiten in den Fachrichtungen Malen/Gipsen sowie Elektro. Geflüchtete erhielten Einblick in die Anforderungen des Arbeitslebens in Deutschland und nach erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat, das bei Ausbildern und Arbeitgebern Türen öffnete. Träger des Projekts IBUS (Integration-Beschäftigung-Unterstützung-Sprache) war der Kreisdiakonieverband  im Verbund mit der Stadt und dem Freundeskreis Asyl. Gefördert wurde IBUS drei Jahre von der Deutschen Fernsehlotterie. Die Stadt Ostfildern stellte die Räume in der Hindenburgstraße 47 in Nellingen zur Verfügung. Dort waren im Rahmen des Projekts auch die Sachspendenannahme des Freundeskreises Asyl untergebracht sowie die Fahrradwerkstatt, das Jobcafé, das Sprachcafé und die Nähwerkstatt. Zahlreiche Geflüchtete haben die Angebote genutzt, ihre Deutschkenntnisse verbessert und Praktika, Ausbildungsstellen oder Arbeit gefunden. Neben einer von der Deutschen Fernsehlotterie finanzierten Stelle haben zahlreiche Ehrenamtliche das Projekt ermöglicht.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung oder der Medienresonanz.

Café Syria - Über den Tellerrand schauenRezepte von Geflüchteten

Geflüchtete sind in Ostfildern gut aufgenommen worden. Aber wie kommen sie auf Dauer mit den Bewohnern in Kontakt? Die Syrer Marwan Owes und Tarek Al Naseri, ihre Familien und Freunde hatten die Idee: Sie laden mit Unterstützung des Freundeskreises Asyl zu einem alle zwei bis drei Monate stattfindenden Café Syria ein, bei dem die syrischen Familien für ihre Gäste kochen. Bei Falafel, Hummus und Tee kommt man ins Gespräch, kann sich kennenlernen, Ängste und Vorurteile abbauen und sich aufeinander einlassen. Und die Gäste – Einheimische und Geflüchtete – nehmen es gerne an: 100 bis 150 kommen regelmäßig.
Mit dem Café Syria hat sich der Freundeskreis Asyl am Wettbewerb des Jahres 2017 um den Deutschen Integrationspreis der Hertie-Stiftung beteiligt. In diesem Zusammenhang entstand auch das Kochbuch, das über den Wettbewerb hinaus anregen soll, „über den Tellerrand“ zu schauen. Die liebevoll zusammengestellten Rezepte nicht nur aus Syrien,  auch aus Afghanistan, Eritrea, Gambia und Pakistan und aus Frankreich und Deutschland laden ein zum Ausprobieren und erzählen über die Menschen, die sie mitgebracht haben.

Das vom Freundeskreis Asyl herausgebene, im Kiener-Verlag erschienene Buch möchte anregen zu kulinarischen und weiteren interkulturellen Begegnungen: Jenseits des “Tellerrands” gibt es viel zu entdecken. Das Buch kann zum Preis von 10 Euro direkt beim Freundeskreis bestellt werden (Bestellformular) und ist über den Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-943324-83-9)

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